read online pdf Roman Polanski: Der Blick der Verfolgten. Eine Biographie – Z55z.co

Filme von Roman Polanski haben selten ein Happy End, aber sie baden nicht in Lust an der Katastrophe Irgendein Teufel streckt am Ende doch den Kopf aus der H lle, das B se f hrt selbst in der Vampirkom die mit dem ahnungslosen Professor Abronsius in die Welt hinaus, was Menschen angetan wird, das l sst sich nicht r ckg ngig machen Die Konstellation von Verfolger und Verfolgten, Macht und Ohnmacht pr gt alle gro en Filme des Regisseurs, und eines bleibt immer gleich Polanski sieht die Welt durch die Augen der Opfer, der Unschuldigen, der jedenfalls an den Katastrophen nicht schuldigen Gerade weil Roman Polanski seine eigenen Kindheitserfahrungen stark verfremdet, von Masken verh llt in sein Werk hat einflie en lassen, rundet es sich doch aufs Ganze gesehen inzwischen zu einer Art gro en Konfession Kaum einem K nstler seiner Generation ist so viel Ruhm und Gl ck zuteil und keinem sind in seinem Leben so tiefe Wunden geschlagen worden Die gro e Biographie nimmt die wechselvolle Lebenserfahrung und das vielgestaltige Werk zusammen in den Blick und l sst es sich wechselseitig erkl ren Der Autor dieser Polanski Biografie ist Literatur und Filmwissenschaftler, gr ndete 1993 das Institut f r Filmwissenschaft in Mainz, wurde 2010 f r seine Leistungen in Filmpublizistik geehrt und hat als Autor und Herausgeber eine beeindruckende Publikationsliste Kurz Er kennt das Medium, ber das er schreibt.Der Untertitel Der Blick eines Verfolgten Eine Biografie k nnte die Erwartung aufkommen lassen, Thomas Koebner bringe seinen Lesern vor allem das Leben von Roman Polanski n her Das ist zwar durchaus der Fall, aber im Zentrum seiner Ausf hrungen stehen die Filme des gro en Regisseurs Daher stellt sich Koebner auch immer wieder die Frage, wie weit man die Biografie eines K nstlers mit seinem Werk vermischen d rfe Dazu schreibt Thomas Koebner auf Seite 14 Dennoch w re es einf ltig und vermessen, alle Filme Polanskis als autobiographische Zeugnisse zu verstehen, denn selbst die pr genden Eindr cke der fr hen Kindheit verwandeln sich unweigerlich auf dem langen Weg zur Objektivierung bis zum fertigen Kunstwerk wie Tr ume die Botschaften bearbeiten , die das Unbewusste oder wie man die verborgenen Instanzen der Person nennen will dem Ich sendet Vielleicht ist dieser Gedanke nicht eben elegant formuliert, weil sich Thomas Koebner nicht ganz im Klaren ist, wie er Leben und Werk miteinander verbinden soll Auf Seite 105 schreibt er dazu Es ist eine beherzigenswerte Regel, ein Kunstwerk nicht allzu eng auf die Lebensumst nde des K nstlers zu beziehen, selbst bei autobiographischen Erz hlungen den Unterschied zwischen Erlebnis und Dichtung ernst zu nehmen So ehrenhaft die Erw hnung seiner Selbstzweifel am richtigen Konzept ist, Thomas Koebner h tte auch darauf verzichten k nnen Denn die Qualit t seines Buches besteht gerade darin, dass dem Leser nicht aufgezwungen wird, wie er Polanskis Filme interpretieren soll.Indem ich von Thomas Koebner erfahre, was sich im zeitlichen Umfeld eines Film im Leben von Roman Polanski abgespielt hat, erhalten ich ein Angebot, meine Interpretation beizubehalten oder zu ver ndern Und weil ich davon Gebrauch machte, entdeckte ich bisher Verborgenes und konnte Unverstandenes besser einreihen Mehr hatte ich nach der Lekt re des Vorwortes auch nicht erwartet, nachdem ich mich davon gel st hatte, die Fortsetzung von Roman Polanski Autobiographie in den H nden zu halten Und die hatte er schon mit F nfzig geschrieben.Mein Fazit Das ist keine Biographie im blichen Sinn, sondern der gegl ckte Versuch, ein k nstlerisches Werk so mit dem Leben seines Sch pfers zu verbinden, dass es zu neuen Sichtweisen kommt Und selbstverst ndlich erf hrt man dar berhinaus viel von einer Lebensgeschichte, die alles andere als allt glich ist Den fiktiven Extrastern f r die Kategorie Au erordentlich sch ne Gestaltung w rde ich diesem Buch nicht verleihen.